Sarnath Banerjee nimmt in seinem Mittagsgespräch die TeilnehmerInnen mit auf eine Reise durch seine vergeblichen Versuche, Delhi anhand seiner Ungeheuer zu kartografieren. Seine Kartografie webt aus Mythen, Gerüchten und unheimlichen Ereignissen imaginäre Geschöpfe und ihre Lebenswelten – Ungeheuer die auf wohlvertrauten Delhier Stereotypen beruhen. Er zeichnet ein Bild von verrufenen Figuren wie ImmobilienmaklerInnen, korrupten BürokratInnen, KleinganovInnen und SchwindlerInnen. Da finden sich z.B. ObstverkäuferInnen, die eine lebenslange Geschäftsbeziehung aufs Spiel setzen, indem sie StammkundInnen ein paar schlechte Äpfel unterjubeln oder TischlerInnen, die beim Aufhängen eines Bildes ganze Wände einreißen. Und natürlich gehören auch ruchlose rechtsgerichtete Bürgerwehrtypen und hyänenhafte städtische Beamte zu dem großen Bestiarium Delhis.
Mit diesen imaginären Figuren gewährt Banerjee einen Insiderblick auf eine wachstumsversessene Gesellschaft und den unaufhaltsamen Aufstieg eines rechten Politikers, der durch eine zunehmend konservative Mittelschicht gestützt wird.