„Schmuckstücke sind Energieträger. Wenn ich arbeite, stecke ich meine ganze Energie in das Ding, aber es muss sich verselbständigen, eine Seele entwickeln und zu widersprechen beginnen. Es ist wie das Leben selbst; es hat etwas mit Aufbauen und Loslassen zu tun.“
Lucy Sarneel spricht über die Inspirationsquellen für ihr Schaffen als Schmuckkünstlerin. Auch wenn Sarneels Arbeit mit Zink oft mit dem traditionellen Charakter holländischer Funktionsgegenstände und Architektur in Verbindung gebracht wird, so hält sich die Künstlerin doch keineswegs an traditionelle Formen. Sie finde Traditionen zwar reizvoll, sagt sie, aber eher als Betrachterin. Auf ihren Reisen nach Australien und Zentralamerika begeisterte sie sich zunehmend für die indigene Ästhetik nicht-westlicher Kulturen. Der Glaube, dass Materialien und Formen Macht besitzen können, fasziniert sie. Er führt zu geheimnisvollen Objekten, die aus Notwendigkeit und ohne künstlerische Prätention entstehen. Besonders in ihren letzten Arbeiten geht es ihr um Schmuck als Macht- oder Schutzobjekt, was als Widerpart zur effizienten, massenorientierten und digitalisierten Hightech-Welt fungiert, in der wir leben.