Alice Creischer und Andreas Siekmann sprechen über ihr Projekt Principio Potosí (Das Potosí-Prinzip), eine Ausstellung, die auf einem Forschungsprojekt beruht und zeitgenössische KünstlerInnen zu einem Dialog mit den historischen kolonialen Kunstwerken aus Peru und Bolivien einlädt. Die Ausstellung ist bis Anfang September 2010 im Centro Reina Sofia Madrid zu sehen und wird anschließend in Berlin und La Paz gezeigt werden. Ausgangspunkt ist die Analyse der kolonialen Malerei im Vizekönigreich Peru vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Die einflussreichen Malschulen von Cuzco, Potosí and Collao (La Paz) entstanden in den neuen und bereits etablierten Zentren andischer Kultur. Die Bilder, die erstmals in diesem Umfang in Spanien gezeigt werden, fungierten sowohl als religiöse Andachtsbilder als auch als Vermittler einer Botschaft des Widerstands. Diese Ambivalenz ist für Alice Creischer und Andreas Siekmann, die gemeinsam mit Max Georg Hinderer Kuratoren der Ausstellung sind, ein Zeichen dafür, dass Kunst, damals wie heute, an den politischen Raum gekoppelt ist, der sowohl blinde Flecken als auch schwarze Löcher aufweist.
Alice Creischer und Andreas Siekmann leiten im Programm der Sommerakademie 2010 den Kurs Knetgummi-Animation als skulpturale Erfahrung in der Alten Saline Hallein.