In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ließ Gregor Alexandrowitsch Potemkin der Legende nach bei den Inspektionsreisen Katharinas der Großen in Neurussland an deren Wegstrecke Dörfer aus bemalten Kulissen errichten, um das wahre Gesicht der Gegend zu verbergen.
Eine ähnliche Attrappen-Straße wurde in der Großen Straße in Wittenburg, einem ziemlich verlassenen Dorf in MecklenburgVorpommern, von Ton Matton mit KünstlerInnen und den AnwohnerInnen gemeinsam gebaut. Die kaputten Fassaden wurden in Workshops mit UnternehmerInnen, HauseigentümerInnen und NachbarInnen mit Pinsel und Klebstoff umgestaltet und zeigen neue Möglichkeiten, wie das Drive-Through Kino, die Beschwerde-Tröte oder die Strickfassade. Das Projekt beweist: Nicht die Investoren auf der Suche nach der siebenprozentigen Rendite machen die Stadt, sondern die Menschen, die in ihr wohnen.