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    Kader Attia / Felix Gmelin / Anna Jermolaewa / Paolo Woods / Tobias Zielony

    Punctum. Bemerkungen zur Photographie / 25.07.2014–21.09.2014
    Ort: Salzburger Kunstverein
    Eröffnung: Freitag 25. Juli 2014 20 Uhr
    Ausstellungsdauer: 26. Juli – 21. September 2014
    Öffnungszeiten: Di – So 12 – 19 Uhr
    Adresse: Hellbrunner Straße 3, 5020 Salzburg

    „Was die Fotografie anlangte, so hielt mich ein ,ontologischer‘ Wunsch gefangen: Ich wollte unbedingt wissen, was sie ,an sich‘ war…“
    Roland Barthes, Die helle Kammer

     

    Punctum ist eine Ausstellung über das Wesen der Fotografie heute. Bestehend aus über fünfzig Fotografien, die von KünstlerInnen, KuratorInnen und SchriftstellerInnen ausgewählt wurden, und begleitet von einer Vortragsreihe sowie einer Publikation, nimmt die Ausstellung ihren Ausgangspunkt beim Begriff des „punctum“, wie ihn Roland Barthes in seinem Buch „Die helle Kammer. Bemerkung zur Fotografie“ einführte. Von Barthes als sprachliches Mittel verwendet, um die Fotografie zu „definieren“, bezeichnet „punctum“ ein Detail einer Fotografie, das den Betrachter fesselt oder „verwundet“, ihn in das Bild hineinzieht und ihm so einen vertieften Zugang zur Fotografie verschafft. Seit dem Erscheinen dieses wegweisenden Buches ist dieser Begriff vielfach zitiert und in Folge von AutorInnen und StudentInnen zum Thema Fotografie verwendet worden, vielfach auch unachtsam. Ebenso oft ist er missbräuchlich oder ungenau interpretiert worden – und sogar als romantisch und veraltet verworfen worden. Die Niederschrift des Buches selbst verquickte sich mit dem Tod der Mutter von Roland Barthes und geriet daher in gewissem Sinne zu einem persönlichen Monolog, der gelegentlich die philosophischen Überlegungen mit klagender Prosa überdeckt, und gleichzeitig feststellt: „Wenn Fotografie ernsthaft diskutiert werden soll, muss man sie in Relation zum Tode beschreiben.“


    Für die Ausstellung wurden die TeilnehmerInnen eingeladen, Fotografien auszuwählen, die für sie das Konzept des „punctum“ hinsichtlich der heutigen Fotografie und Ästhetik verkörpern. Jede ausgewählte Fotografie wird von einem kurzen, beschreibenden Text begleitet, der die Gründe der Entscheidung erhellen soll. Den Hintergrund des Projekts bildet das fortwährende, ontologische Problem der Fotografie, vor allem heute, nach ihrer Digitalisierung und fortschreitenden Universalisierung. Fotografie ist immer problematisch gewesen, als eine so genannte indexikale Form, als Ersatz für Erinnerung, als manipuliertes Mittel, als Instrument der Beobachtung, der Kontrolle, des Militarismus und als Kunstform. Mit der Evolution der Fotografie in das digitale Zeitalter hinein haben sich diese Problemfelder wohl vervielfacht. Der Schriftsteller Geoff Dyer zum Beispiel argumentiert, dass digitale Fotografie „frei von jeglichen Qualitäten vergangener Zeit zu sein scheint“, dass sie selbst keine der Eigenschaften besitze, die Barthes ihr zugeschrieben habe. Heute mögen wir uns erneut fragen: Welchen ontologischen Status hat sie?
    Die Ausstellung wird begleitet von einer Vortragsreihe von KünstlerInnen und TheoretikerInnen zu aktuellen Themen der Fotografie heute. In Zusammenarbeit mit Fotohof edition wird ein Katalog publiziert. Zudem werden BesucherInnen in einem eigenen Bereich eingeladen, ihr ganz persönliches „punctum“ zur Ausstellung hinzuzufügen.


    Einführung: Séamus Kealy, Kurator und Direktor des Salzburger Kunstvereins

     

    TeilnehmerInnen/KünstlerInnen & FotografInnen:
    Hildegund Amanshauser (AT) – Ines Doujak (AT)
    Kader Attia (F) – Kader Attia 
    Geoffrey Batchen (NZ) – Alison Rossiter (USA)
    Sabine Bitter/Helmut Weber (AT) – Sabine Bitter/Helmut Weber
    Marc De Blieck (BE) – Albrecht Meydenbauer (DE)
    Iñaki Bonillas (MX) – Iñaki Bonillas 
    Adam Budak (PL) – unknown
    Duncan Campbell (IE) – Willie Doherty (IE)
    Philippe van Cauteren (BE) – unknown
    Vaari Claffey (IE) – Paul Allen (USA)
    Moyra Davey (CA) – Moyra Davey
    Geoff Dyer (GB) – Oscar de Marcos (E)
    Antje Ehmann (DE) – Antje Ehmann
    Silvia Eiblmayr (AT) – Francesca Woodman (USA)
    Sabine Folie (AT) – Klaus Scherübel (AT)
    Maria Fusco (GB) – unknown
    Gauri Gill (IND) – Gauri Gill
    Felix Gmelin (DE/SE) – Felix Gmelin
    Barbad Golshiri (IR) – Barbad Golshiri
    Boris Groys (RUS) – Natalia Nikitin (RUS)
    Eva Grubinger (AT) – Ed van der Elsken (NL)
    Karin Hanssen (BE) – unknown
    Martin Herbert (GB) – August Sander (DE)
    Matthias Herrmann (AT) – Matthias Herrmann
    Antonia Hirsch (DE) – unknown
    Martin Hochleitner (AT) – Rainer Iglar (AT)
    Ruth Horak (AT) – Tatiana Lecomte (F)
    Geoffrey James (CA) – Geoffrey James
    Anna Jermolaewa (RUS/AT) – Anna Jermolaewa
    Simone Kappeler (CH) – Simone Kappeler
    Eva Kotátková (CS) – Eva Kotátková
    Suzanne Lafont (F) – Suzanne Lafont
    Wilfried Lentz (NL) – Carleton Watkins (USA)
    Declan Long (IE) – Tom Wood (IE)
    Ken Lum (CA) – Ken Lum
    Anja Manfredi (AT) – Anja Manfredi
    Francis McKee (IE) – Pablo Guardiola (PR)
    Rabih Mroué (RL) – unknown
    Doina Popescu (CA) – Spring Hurlbut (CA)
    Barbara Propst (DE) – Andreas Wutz (DE) 
    Meggy Rustamova (GE) – unknown
    Mark Sealy (GB) – Robert Lebeck (DE)
    Corin Sworn (GB) – unknown
    Friedrich Tietjen (DE) – unknown
    Walker & Walker (IE) – Walker & Walker
    Scott Watson (CA) / Carlo Gentile (IT)
    Peter Weibel (AT) – Hiroshi Sugimoto (J)
    Louwrien Wijers (NL) – Cathrien van Ommen (NL)
    Paolo Woods (NL/CA) – Paolo Woods

    Tobias Zielony (DE) – Seiichi Furuya (J) 

     

    www.salzburger-kunstverein.at