AUSGEBUCHT
In der Kunst geht es um mehr als um Kommunikation. Sie verlangt von uns aber ein gewisses Artikulationsvermögen, einen aktiven und präzisen Sprachgebrauch. Kuratieren ist eng mit dieser Fähigkeit verbunden, erfordert aber auch ein Denken in Bildern und das Sprechenlassen von Bildern.
Der Workshop richtet sich an KuratorInnen und KünstlerInnen gleichermaßen und legt seinen Fokus auf das Verstehen von Bildern – und zwar nicht nur durch deren Betrachtung, sondern auch durch Lektüre, Schreiben und Diskutieren.
Beginnend mit einem gemeinsam mit Olga Chernysheva und Anna Jermolaewa veranstalteten Leseseminar, sollen sich die Teilnehmenden beider Kurse gegenseitig ihre Arbeitsweisen vorstellen und zusammenarbeiten.
Gemeinsam werden wir Texte von Walter Benjamin, Gilles Deleuze, Sergej Eisenstein und Willem Flusser lesen – Texte, die uns zur Reflexion darüber anregen sollen, wie Bilder funktionieren und was sie bedeuten. Danach wird an individuellen Projekten gearbeitet, die sowohl Bilder (Auswahl, Produktion, Beschreibung und Analyse) als auch Texte umfassen können. Diese werden dann im Dialog mit den Lehrenden und in der Diskussion mit den anderen Teilnehmenden zu einer abschließenden Präsentation weiterentwickelt, die die Form einer Ausstellung annehmen kann, aber nicht muss.
Ziel des Kurses ist es, die Grenze zwischen Alleindenken (wie es KünstlerInnen meist pflegen) und Mit-anderen-Denken (wie es KuratorInnen stets müssen) kritisch zu befragen, aber auch die Kluft zwischen Bild-”Produktion“ und Bild-”Verwendung“ zu überbrücken.