Wenn ein Spiegel in einen Spiegel sieht, was ist dann zu sehen?
(Andy Warhol in Die Philosophie des Andy Warhol von A bis B und zurück)
Zwei Kurse, zwei Lehrkräfte (Charlotte Cullinan und Milena Dragicevic), zwei Szenen. Diese Zwillingsklassen arbeiten nebeneinander, aber mit gegenläufigen Richtlinien und Methoden. Sie beginnen an zwei entgegengesetzten Punkten und enden bei einer Vielfalt von Möglichkeiten. Mithilfe von Elementen wie gefundenen Bildern, Textbildern, Installation, Film, Performance, Archiv und Collage wird die Malerei auf ihre heutige Gültigkeit hin befragt und ergründet, welches Potenzial
sie zu ihrer eigenen Zerstörung und Erweiterung (über die Fläche hinaus) besitzt.
Die Klasse von Charlotte Cullinan beschäftigt sich mit der Möglichkeit der Malerei, zu etwas anderem zu werden, wenn der Keilrahmen verlassen und zerlegt wird. Was ist dann zu sehen, wenn herkömmliche Parameter über den Haufen geworfen wurden?
Die Kursteilnehmenden werden zu strengen Malübungen auf Leinwand, Papier, Plastikfolie und anderen Untergründen angehalten. Sie bekommen auch eine Reihe von Projektaufgaben gestellt, bei denen sie anhand gefundener Bilder, Texte, lokaler Architektur und Alltagskunst, Film, Modellen und dergleichen die Entwicklung neuer Ideen und Zugänge erlernen sollen. Ergänzt wird der Kurs durch wöchentliche Präsentationen von Arbeiten zeitgenössischer KünstlerInnen und Interviews sowie durch Einzelkritiken und Gruppendiskussionen zusammen mit Milena Dragicevic und Charlotte Cullinan.
Das Thema der ”Spiegelung“ spielt auch eine zentrale Rolle in der gemeinsam erarbeiteten Abschlussausstellung, wodurch zeitgenössische Einstellungen zu Autorschaft und Ausstellungsproduktion infrage gestellt werden.
Assistenz: Siegfried Zaworka