Ich bin davon überzeugt, dass die Fotografie ihre eigene Sprache besitzt. Das heißt auch, dass man diese Sprache lernen und beherrschen muss, wenn man fotografieren will: ihr Vokabular und ihre Grammatik, aber zwngsläufig auch ihre Geschichte. Wirklich interessant und notwendig werden fotografische Arbeiten heutzutage allerdings erst, wenn die Bilder mit einer Geschichte aufgeladen sind.
Wir müssen also lernen, Geschichten zu erzählen: ihre Syntax, wie sie eingeleitet, entwickelt und zu einem Ende gebracht werden. Dazu muss man sich natürlich auf den Weg machen und nach Geschichten Ausschau halten. Wir sind von ihnen umgeben, aber wir müssen lernen, sie zu erkennen, zu entziffern und uns in sie einzuleben, bis sie zu unseren eigenen werden. Wir müssen lernen, respektvoll mit ihnen umzugehen. Erst dann können wir uns Stil- und Formfragen zuwenden. Wenn wir einmal wissen, ”was“ wir fotografieren wollen, können wir anfangen, uns um das ”Wie“ zu kümmern. Nun gilt es, sich mit all den methodischen Fragen zu beschäftigen, die uns beim Fotografieren umtreiben.
Alles in allem geht es in dem Kurs darum zu vermitteln, wie wir das, was wir in und vor uns haben, in die Sprache der Fotografie übersetzen, um es versteh-, mitteil- und sichtbar zu machen.
Abschließend werden wir uns mit den Distributionsmöglichkeiten für unsere Arbeit beschäftigen: Presse, Galerien, Museen, Internet. Wie und wo sollte unsere Arbeit in dieser sich rasch verändernden Welt existieren?