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    Tania Bruguera

    Tania Bruguera, 1968 in Havanna geboren, lebt in Chicago, Paris und Havanna. Sie studierte an der School of the Art Institute of Chicago, Illinois (1999–2001), am Instituto Superior de Arte, Havanna (1987–1992), an der Escuela de Artes Plásticas San Alejandro, Havanna (1983–1987) und der Escuela Elemental de Artes Plásticas "20 de Octubre", Havanna (1980–1983).


    Tania Bruguera ist eine der herausragendsten politisch und performativ arbeitenden Künstlerinnen ihrer Generation. Sie sucht in ihren Arbeiten nach Möglichkeiten, Kunst im politischen Alltag einzusetzen und ein öffentliches Forum zur Diskussion kontroverser Ideen zu schaffen. Ihre Kunst verfolgt das Ziel, aus passiven "BetrachterInnen" aktive BürgerInnen, "Subjekte politischen Handelns" zu machen – eine Praxis, für die Bruguera Begriffe wie "Arte de conducta" (Verhaltenskunst), "Arte útil" (nützliche Kunst) und "Political-timing specific" verwendet. Brugueras Langzeitprojekte sind tiefgreifende Interventionen in die institutionelle Struktur von Gedächtnis, Bildung und Politik.
    Das Instituto Superior de Arte, Havanna beherbergt auch das von ihr begründete und geleitete erste Studienprogramm für "Arte de conducta". Sie ist Gastdozentin an der École des Beaux-Arts in Paris und an der Rijksakademie in Amsterdam.
    Der von vielen KünstlerInnen, AkademikerInnen, politischen AktivistInnen und Organisationen geschätzten Künstlerin wird eine Katalysatorfunktion zugeschrieben. Ihr Projekt einer Kunstschule für performative und politische Kunst in Havanna war ein Vorreiter für andere ähnlich geartete Institutionen in Lateinamerika (Mexico, Argentinien und Puerto Rico, wofür sie beratend tätig war).

    Auf dem Gebiet der Politik arbeitet sie als Expertin mit der UN-Sonderberichterstatterin für kulturelle Rechte an einem Programm zur Gewährleistung künstlerischer Freiheit, das 2013 der UN-Menschrechtskommission vorgelegt wird; sie gehörte der ursprünglichen Gruppe von Occupy Wall Street an.

    Ausstellungen
    Bruguera war mit ihren Arbeiten bei der documenta, der Performa und den Biennalen von Venedig, Gwangju und Havanna vertreten und hatte Ausstellungen in einigen der bedeutendsten Museen Europas und der USA, u. a. in der Tate Modern, der Whitechapel Art Gallery, im MoMA PS1, am ZKM Karlsruhe, im IVAM Valencia, in der Kunsthalle Wien, und im New Museum of Contemporary Art, New York.


    Publikationen
    Benjamin H. D. Buchloh, Hal Foster, Rosalind Krauss u.a. (Hg.), Art since 1900, Thames & Hudson, London 2012.
    Claire Bishop, Artificial Hells. Participatory Art and the Politics of Spectatorship, Verso, London / New York 2012.
    Daniel Birnbaum, Cornelia Butler, Suzanne Cotter u.a. (Hg.), Defining Contemporary Art – 25 years in 200 pivotal artworks, Phaidon, London 2011.
    RoseLee Goldberg, Performance Art. From Futurism to the Present, Thames & Hudson, London 2011.
    Steven Henry Madoff (Hg.), Art School (Propositions for the 21st Century), MIT Press, Cambridge 2009.


    Ihre Arbeiten wurden in führenden Kunstzeitschriften und Zeitungen präsentiert und besprochen, u.a. in artforum, Kunstforum International, Texte zur Kunst, Performance Research, Frieze, Art in America, Flash Art, BeauxArts magazine, New York Times, Le Monde, Los Angeles Times.